Takashi
Amano hat in seinen Büchern (u. a. Pflanzenparadiese
unter Wasser, 1994) faszinierende Unterwasserlandschaften vorgestellt. Hierbei
verwendet er oft das Teichlebermoos (Riccia
fluitans) und zwar nicht als Schwimmpflanze, sondern als eine Art
"Unterwasserwiese". Bei genügend intensivem Licht bildet Riccia fluitans
normalerweise im Durchmesser ca. 20 cm große Polster, die unter der Wasseroberfläche
fluten. Es bildet keine Wurzeln. Wie
bekommt man nun Riccia auf den Boden?
T. Amano beschreibt eine Methode in seinem Buch "Pflanzenparadiese unter Wasser"
(1994, S. 164ff). Riccia wird mit einer feinen Angelschnur auf einen Stein oder auf Holz
befestigt, ab und zu wird Kies auf die sich trotzdem lösende Riccia gestreut. Irgendwann
soll Riccia dann sogar seine Schwimmfähigkeit verlieren. Mit dieser Methode hatte ich
leider zunächst keinen Erfolg. Nach kurzer Zeit hat sich Riccia immer wieder abgelöst
und hat das gemacht, was es kann, nämlich schwimmen.
Erfolgsversprechender schien mir der Einsatz von kleinen Drahtnetzen (nicht
rostend, privat aus Japan besorgt), die zu einem nach unten offenen Quader
mit den Maßen 4,5 cm x 4 cm x 1 cm geformt sind. Riccia wird in den Quader gelegt und
dieser kommt mit dem Drahtnetz nach oben auf den Boden des Beckens. In einem 12 l Becken
mit 2 x 8 Watt Beleuchtung erhielt ich nach ca. 4 Wochen einen üppigen Riccia-Teppich.
Ich habe diese bewachsenen Quader ins Südamerikabecken getan, sah sehr gut aus, aber nur
für kurze Zeit: dieWelse (Corydoras paleatus) durchwühlten diese "Wiese", und
Riccia begann wieder zu schwimmen.
In einem weiteren Versuch in einem 60 l Becken - ohne
Corydoras - bildete sich nach wenigen Wochen ein sehr schöner Unterwasserteppich, jedoch
löste dieser sich bald von den Drahtnetzen, da aufgrund der Dicke des Riccia-Teppichs nun
kein Licht mehr bis in die untersten Schichten gelangen konnte, so daß Riccia von unten
her abzusterben begann. Riccia fing sogleich wieder an zu schwimmen. Nach Informationen
japanischer Aquarianer behält Riccia auch in Japan seine Schwimmfähigkeit - immerhin
tröstlich! Das Absterben der unteren Schichten kann man durch "Trimmen" der
Riccia-Wiese verhindern, d. h., man muß mit der Pflanzenschere regelmäßig die
Riccia-Wiese relativ kurz abschneiden.
Das gewünschte Ergebnis wurde erst
durch den Einsatz von 2 x 15 W Triton-Leuchtstoffröhren erreicht; durch CO2
Düngung konnte das Wachstum von Riccia fluitans noch weiter gesteigert werden, so dass es
dichte Polster am Boden ausbildete.