Lamarcks Evolutionstheorie
Jean-Baptiste
Pierre Antoine de Monet, Chevalier de Lamarck (1744-1829)
Lamarck wurde am 1. August 1744 in
Bazentin-le-Petit (Picardie, Frankreich) geboren. Er studierte Medizin in
Paris, wobei er sich hauptsächlich für Botanik interessierte.
Er ist eine wichtige Person für die Entwicklung
der Evolutionstheorie. Auch in anderen Bereichen der Biologie beteiligte
er sich. Er war zum Beispiel der Erste, der den Begriff Biologie benutzte.
Außerdem war er es, der in der Zoologie die Tiere in Tierklassen
einteilte, und zwar in Annelida, Arachnida, Crustacea, Infusoria und
Tunicata, die bis heute bis auf kleine Abänderungen bestand haben. Es ist
auf Lamarck zurückzuführen, dass das Tierreich in Wirbellose (Invertebrata)
und Wirbeltiere (Vertebrata) unterteilt wurde, eine Gliederung, die aber
erst im späteren 19. Jahrhundert offiziell übernommen wurde.
Lamarck veröffentlichte seine Evolutionstheorie
1809 als erste wissenschaftliche Erklärung der Artenvielfalt. Zu
dieser Zeit herrschte der Glaube an die Schöpfungstheorie der Bibel
vor.
Lamarck war der Ansicht, dass alle Lebewesen auf
der ganzen Welt in unterschiedlichen Lebensräumen leben, also in Steppen,
Savannen oder etwa in Wäldern. Durch diese unterschiedlichen Lebensräume
ergeben sich für die Lebewesen unterschiedliche Lebensverhältnisse und
Lebensbedingungen. Durch die unterschiedlichen Lebensverhältnisse
entstehen unterschiedliche Bedürfnisse. Um dann diese Bedürfnisse zu
befriedigen eignen sich die Lebewesen verschiedene Gewohnheiten an. Ein
Beispiel für die Gewohnheiten ist zum Beispiel das Jagdverhalten von
Tieren. Tiere, die in der Steppe leben, werden vorzugsweise in Rudeln
jagen, um auf großen Flächen erfolgreich zu sein. In Wäldern ist
heimliches Jagen durch Anschleichen vorteilhafter.
Das Besondere an der lamarckschen
Evolutionstheorie ist jedoch, dass eine Ausbildung von Gewohnheiten zu
einer stärkeren Belastung von Organen und zu einer stärkeren Ausbildung
dieser führt, wobei auch ein Verkommungstrieb eine Rolle spielt. Ein
minderer Gebrauch von Organen führt hingegen zu einer Rückbildung und
zur Verkümmerung derselbigen. Ein Beispiel für diese Aus- und
Rückbildung von Organen, das auch heute noch einleuchtend erscheint, sind
die Muskeln. Werden diese stärker belastet, so bilden sie sich aus.
Trainiert man sie nicht, so verkümmern sie.
Der letzte Punkt der lamarckschen Theorie
beinhaltet die Vererbung von erworbenen Eigenschaften. Dieser Punkt ist
sehr wichtig, da sonst keine Eigenschaften erhalten blieben und die
erworbenen Veränderungen keine Bedeutung für die Evolution hätten.
Lamarck erwähnt in seiner Theorie ein Beispiel,
dass wir ebenfalls noch aufführen, um ein Verständnis der Theorie zu
fördern. In seinem Beispiel beschreibt er das Känguru, das ja
bekanntlich sein Junges in einem Hautbeutel unter seinem Unterleib trägt.
Um seinem Jungen mehr Sicherheit und Komfort zu bieten, hat sich das
Känguru laut Lamarck angewöhnt, aufrecht zu stehen und sich hüpfend
fortzubewegen. Aus dem aufrechten Gang resultiert eine Rückbildung der
vorderen Gliedmaßen. Die Hinterbeine hingegen sind sehr stark
ausgebildet, da sie zur Fortbewegung genutzt werden. Auch der Schwanz ist
voll ausgebildet und sehr kräftig, da er zum Stützen des ganzen Körpers
dient. Das Känguru wäre also ein Paradebeispiel für diese
Evolutionstheorie.