Die identische Replikation der DNA
Die Chromosomen liegen nach der Mitose und der
Zellteilung als Ein-Chromatid-Chromosomen vor. Vor der nächstfolgenden Mitose
müssen sie sich also wieder verdoppeln. Dies geschieht im Synthese-Stadium der
Interphase des Zellzyklus. In den Ein-Chromatid-Chromosomen befindet sich
jeweils eine DNA-Doppelhelix; mit der Verdopplung der Chromatiden muss auch
diese verdoppelt werden.
Wie funktioniert die identische Replikation der DNA?
Replikation heißt Nachbildung oder Verdopplung der DNA. In Bezug
auf den Verdopplungsmechanismus ging man von zwei Hypothesen aus: dem konservativen
und dem semikonservativen Mechanismus
H1 (semikonservativer Mechanismus): Hierbei wird
die „Eltern"- DNA in zwei DNA - Einzelstränge aufgeteilt, an die jeweils nach dem Prinzip der
komplementären Basenpaarung ein Tochterstrang angelagert wird.

H2 (konservativer Mechanismus): Bei
der Replikation bleibt die Eltern-DNA erhalten und es wird ein ein komplett neuer
DNA-Doppelstrang gebildet.

M. Meselson und F. Stahl konnten in ihrem Experiment 1958
nachweisen, dass nur der semikonservative Mechanismus vorliegt, die Hypothese H1
also anzunehmen ist.
Ablauf der identischen Replikation der DNA

(1) Replikationsgabel, (2) Primer, (3) Leitstrang, (4)
Folgestrang,
(5) DNA-Polymerase, (6) Okazaki-Fragmente, (7) Ligase
(Dieselbe
Abbildung als kleines Fenster
zum besseren Vergleich während des Lesens.)
Durch das Enzym Helicase beginnt die Doppelhelix sich aufzuwinden
und aufzutrennen. Dies geschieht an mehreren Abschnitten gleichzeitig und auch
nacheinander.
Die beiden Stränge der DNA weichen an mehreren Stellen
auseinander, die Replikationsgabel (1) entsteht jeweils. Die Einzelstränge
werden durch besondere Proteine stabilisiert. Diese Proteine verhindern eine
erneute Basenpaarung.
Jeder Strang dient als Matrize für einen neuen
Tochterstrang. Man unterscheidet bei den Tochtersträngen zwischen Leit- und Folgestrang.
Die DNA-Polymerase benötigt zum Start der Synthese ein Startermolekül
(Primer (2)). Hierbei handelt es sich um eine kurze RNA, die von dem Enzym Primase
zu Beginn der Replikation an die beiden DNA-Stränge gebunden wird. An diesen
Primer kann nun DNA-Polymerase (5) binden.
Die Anlagerung der jeweils komplementären Nucleotide
(genauer: Nucleosidtriphosphate; Diphosphat wird nach der Anbindung wieder
frei) erfolgt durch
Wasserstoffbrückenbindungen durch DNA-Polymerase (5) nur in 5'->3'-Richtung und
dementsprechend die Verbindung der
Nucleotide nur in 3'->5'-Richtung.
Dadurch dass die DNA-Polymerase (5) nur in 3'->5'-Richtung ablesen
und verbinden kann, wird nur ein Tochterstrang , der Leitstrang (3), fortlaufend
verknüpft. Am Folgestrang (4) wandert
die Polymerase in Gegenrichtung, sie bewegt sich von der Replikationsgabel weg.
Der Tochterstrang wird hier diskontinuierlich, Stück für Stück, gebildet. Ein
solches Teilstück ist jeweils ca. 1000 Nucleotide lang; man bezeichnet es als
Okazaki-Fragment (6). Damit ein neues Okazaki-Fragment (6) synthetisiert werden kann,
ist jeweils ein neuer Primer (2) notwendig. Am Folgestrang (4) treten also viele
Primer (2) auf, am Leitstrang (3) nur einer am Anfang. Nachdem alle Primer (2)
durch DNA
ersetzt wurden, fügt das Enzym DNA - Ligase (7) die Okazaki - Fragmente (6) des
Folgestranges zu einem
Strang zusammen.
Die Replikation erfolgt sehr schnell. Für die Replikation aller
ca. 6 Milliarden Basenpaare einer menschlichen Zelle werden nur ein paar
Stunden benötigt.


Protokollführer: Pimp 2000 und Max Giehlovski, 18.12.2000,
verändert M.W, 14.11.2002