DNA oder Proteine
Die Stunde begann mit einer
Wiederholung des Ergebnisses der letzten Stunde. Dieses lautete: Erbinformation befindet
sich im Zellkern
Anschließend stellte sich die
Frage, welche Stoffe sich im Zellkern befinden. Die Lösung zu dieser Frage lieferte uns
ein Versuch von Mieschner (1869). Er wies nach, dass der Zellkern Proteine
und Nukleinsäure enthält.
Dieses führte zu einer
weiteren Frage: Welcher dieser Stoffe enthält die Erbinformation?
Den ersten Schritt zur Lösung dieses Problems lieferte Griffith 1928
mit Hilfe seines Pneumokokkenversuch. Er wies nach, dass Pneumokokken eines
R-Stammes (d. h. ein Stamm mit einer rauen Oberfläche) mit Hilfe der Inhaltsstoffe von
hitzeabgetöteten Pneumokokken eines S-Stammes (d. h. glatte Oberfläche durch eine
Schleimkapsel) ihren Nachkommen die Fähigkeit zur Kapselbildung vererben können.
Aufbauend auf diesem Experiment
wies Avery 1944 nach, dass es sich bei dem Stoff mit der Information
zur Schleimkapselbildung um die DNA handelt. Dies schaffte er, indem er in 4 Versuchen
einem Filtrat von hitzeabgetöteten S-Pneumokokken jeweils ein Stärke-, Protein-, DNA-
oder RNA-spaltendes Enzym und lebende R-Pneumokokken zufügte. Da es nur bei dem Versuch
mit dem DNA-spaltenden Enzym nicht zur Bildung neuer S-Pneumokokken kam, war erwiesen,
dass die DNA die zur Schleimkapselbildung nötige Erbinfo enthält.
Ergebnis der Stunde: Die
DNA ist Träger der Erbinformation!!
Interpretation:
1. Bei Injizierung von Pneumokokken des S-Stammes stirbt die Maus, da ihre Enzyme die
Schleimkapsel nicht angreifen können.
2. Die Pneumokokken des S-Stammes sterben bei der Erhitzung ab und können der Maus somit
nicht mehr schaden.
3. Bestimmte Inhaltsstoffe der abgestorbenen S-Zellen müssen auf die R-Zellen übertragen
worden sein, so dass diese die Information zur Schleimkapselbildung erhalten haben und sie
dadurch pathogen (krankheitserregend) wurden. Man nennt dies eine Transformation
(Übertragung von Erbinformation).