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Kontakt:
Michael Weber |
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Artbildung
Definition
von zwei Artbegriffen
Biologischer
Artbegriff:
Zu einer Art
gehören all die Individuen, die sich untereinander fruchtbar fortpflanzen
können.
Morphologischer
Artbegriff:
Eine Art
ist die Gesamtheit aller Individuen, die in allen wesentlichen Merkmalen
untereinander und mit ihren Nachkommen übereinstimmen.
Allochrone
Artbildung
Im Laufe der
Generationenfolge wandeln sich die Eigenschaften einer Art durch die
Wirkung der Evolutionsfaktoren so ab, dass nach einem erdgeschichtlichen
Zeitraum eine neue Art entstanden ist, weshalb es hierbei auch nicht zu
einer Vermehrung der Artanzahl kommt. Der biologische Artbegriff ist
hierbei nicht anwendbar.
Beispiel für allochrone Artbildung: Entwicklung der
Sumpfdeckelschnecke (Viviparus).
Im Laufe ihrer Evolution hat sich bei der Sumpfdeckelschneck ein
größeres Haus gebildet, welches eine andere Struktur aufweist und eine
festere Schale besitzt. Dies stellt einen Selektionsvorteil gegen Fraß
dar.
Die benötigte Zeit für die Bildung einer neuen Art liegt im Bereich von
etwa einer Million Jahren.
Die allochrone Artbildung entspricht der gerichteten
Selektion.
Synchrone Artbildung (Aufspaltung)
Durch
geographische Separation (Trennung) kommt es zu einer Aufspaltung einer
Urart in mindestens zwei Schwesterarten.
Da diese Schwesternarten nun gleichzeitig leben und nicht wie bei der
allochronen Artbildung nacheinander, kommt es zu einer Vermehrung der
Arten, Mannigfaltigkeit entsteht.
Eine wichtige Voraussetzung für die Aufspaltung in zwei Arten ist, dass
die Teilpopulationen der Ausgangspopulation nicht mehr aufeinander
treffen. Dies wird durch eine geographische Trennung (Separation)
erreicht, wodurch Panmixie
verhindert wird. Bleibt die geographische Separation bestehen, so können
sich im Laufe der Evolution neue Arten aus den Teilpopulationen bilden, da
auf die beiden Teilpopulationen unterschiedliche Selektionsfaktoren wirken
und verschiedene Mutationen auftreten.
Die
Artaufspaltung entspricht der disruptiven
Selektion.
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Beispiel:
Artaufspaltung durch geographische Separation beim gemeinen Glückskäfer.
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Eine Glückskäferpopulation spaltet sich
durch geographische Separation, z. B. durch Insel- oder
Gebirgsbildung, auf, so dass zwei Schwesterpopulationen entstehen.
Diese Teilpopulationen können sich dann, bedingt durch verschiedene
Umwelteinflüsse, Selektionsfaktoren, verschiedene Mutationen oder
Gendrift im Laufe der Zeit in zwei verschiedene Rassen und auch Arten
weiterentwickeln.
Haben sich die Teilpopulationen nun getrennt von einander weiterentwickelt,
kann es vorkommen, dass sie sich bei einem Wiederaufeinandertreffen
nicht mehr erkennen und sich demnach
auch nicht mehr paaren. In diesem Fall handelt es sich dann um zwei
Arten. Dies gilt nur, wenn sie bestimmte Isolationsmechanismen
ausgebildet haben. Diese bewirken, dass es nicht mehr zu einer
Verbastardierung kommen kann. Sie sorgen also für eine genetische
Sonderung der Arten.
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Es gibt zwei Arten von Isolationsmechanismen.
Isolationsmechanismen:
1. präzygotische Mechanismen, welche die
Befruchtung und Zygotenbildung verhindern.
2. postzygotische Mechanismen, bei denen es zur
Befruchtung kommt oder bei denen Hybridenzygoten gebildet werden,
diese sind jedoch nicht lebensfähig oder es gehen aus ihnen nur
schwache oder sterile Hybriden hervor.
Zu den
präzygotischen Mechanismen gehören:
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Lebensraum:
Die Populationen leben in den selben Gegenden, haben aber verschiedene
Biotope inne; |
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temporäre
Mechanismen: Die Populationen leben in den selben Gegenden, sind
aber zu unterschiedlichen Zeiten geschlechtsreif; |
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ethologische
Mechanismen (nur bei Tieren): Die Populationen sind durch ihr verschiedenes
Verhalten vor der Paarung isoliert; |
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mechanische
Mechanismen: Fremdbefruchtung wird durch Unterschiede im Bau der
Fortpflanzungsorgane verhindert oder eingeschränkt. |
Zu den postzygotischen
Mechanismen gehören:
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Hybridensterblichkeit oder -schwächen |
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Entwicklungssterilität bei Hybriden: Weil sich ihre Gonaden
anormal entwickeln oder die Meiose vor der
Vollendung zusammenbricht, sind die Hybriden steril. |
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Segregationssterilität: Durch eine Ungleichmäßige Verteilung der
Chromosomen, Chromosomensegmente oder Genkomplexe sind die Hybriden
steril. |
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F2- Zusammenbruch: Die ersten F- Hybriden sind normal, kräftig und
fertil, aber die F2- Hybriden sind schwach und steril. |
Beispiele:
Präzygotische
Isolationsmechanismen:
Haben sich z. B. unsere Glückskäfer aus der synchronen Artaufspaltung
lange voneinander getrennt weiterentwickelt, unter der Ausnutzung
verschiedener ökologischer Nischen (z. B. verschiedene Lebensräume),
dann können sie sich nicht mehr miteinander paaren, da sie nicht mehr
aufeinander treffen.
Oder die eine Glückskäferteilpopulation hat ein neues und anderes
Balzverhalten als die andere Teilpopulation entwickelt.
So könnte selbst bei einem Wiederaufeinandertreffen der beiden
Teilpopulationen eine Panmixie
nicht auftreten, da sie sich nicht als Partner erkennen würden.
Postzygotische Isolationsmechanismen:
Ein Beispiel für die postzygotischen Isolationsmechanismen ist das Pferd
und der Esel. Diese können sich kreuzen, jedoch sind ihre Nachkommen
(Muli und Maulesel) steril, da ihre Chromosomensätze bei der Meiose
nicht genügend zusammen passen.

Andor
P., M. W. 2003 |
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