Belege für die Evolution ( Abstammung )
Der Urvogel Archaeopteryx
(archaios, gr. = uralt ; pteryx, gr. = Flügel, Vogel)
In der Stunde stellten wir uns die Frage, ob der Archaeopteryx eine
Übergangsform zwischen Reptilien und Vögeln ist.
Um diese Frage beantworten zu können, verglichen wir das Skelett eines
Archaeopteryx mit dem eines rezenten ( heutigen ) Vogels und eines rezenten
Reptils.
Mit dieser Methode versuchten wir Homologien zu den jeweiligen Arten zu
finden, also das Homologiekriterium der Lage anzuwenden.
Hierzu bekamen wir u. a. eine schematische Zeichnung eines Fossilfundes des
Archaeopteryx in Gegenüberstellung mit Skeletten einer Eidechse und einer
Taube.

Quelle s.
unten 1)
Das Ergebnis ist in der obigen Skizze veranschaulicht.
Anhand dieser Darstellung kann man erkennen, dass der Archaeopteryx sowohl
vogeltypische Merkmale als auch reptilientypische Merkmale besitzt.
Reptilienmerkmale sind zum Beispiel im Skelettbau die offenen Rippen ohne
Steifungsfortsätze, weiterhin der Kiefer mit Zähnen, die lange
Schwanzwirbelsäule und die drei wohlgegliederten Finger mit Krallen.
Vogelmerkmale sind zum Beispiel der Vogelschädel und das Federkleid, die
nach hinten gestellte Zehe, das Gabelbein und das Vogelbecken.

Mit dem Fund des Archaeopteryx ist man zu der Erkenntnis gekommen,
dass große Tiergruppen, hier Vögel und Reptilien, durch Zwischenformen und
Zwischenarten verbunden sind. Archaeopteryx besitzt Merkmale beider
Klassen; man bezeichnet ihn als Mosaik-Form oder auch als
Brückentier; er lässt die stammesgeschichtliche Entwicklung der Vögel aus
Reptilienahnen zu erkennen.
Es wird vermutet, dass der Archaeopteryx ein reiner Gleitflieger war, der
sich nicht durch Flügelschläge vom Boden erheben konnte, sondern mit Hilfe
seiner Krallen hohe Bäume hinauf klettern musste. Diese Vermutung wird durch
das Fehlen eines knöchernen Brustbeines als Ansatz für Flugmuskeln
unterstützt.
Man fand das erste der sechs Archaeopteryxfossilien 1861 in den Plattenkalken bei
Solnhofen, und nimmt an, dass Archaeopteryx vor 120- 150 Millionen Jahren
gelebt hat. Dieses Zeitalter nannte sich Jura und es gab in diesem Gebiet ein
flaches Meer über dem die jagenden Urvögel umkamen. Mit der Zeit legten sich
Kalkschichten über die Leichen der Tiere.
Quellen:
1) Linder Biologie, Stuttgart20 1989
2) Wellnhofer, Peter: Spektrum der Wissenschaft - Fossilien: Bilder frühen Lebens, Heidelberg 1989
Querner, Hölder, Egelhaaf, Jacobs, Heberer: Vom Ursprung der Arten Reinbek bei Hamburg 1996
Osche: Evolution, Freiburg in Breisgau10 1972


Angie & Ulli, Mai 2001