Schwarze
Pinselalgen überall
Als Algen traten in meinen Becken bisher vor allem schwarze Pinselalgen, eine Rotalgenart, auf. Sie wuchsen auf
den Blättern und vor allem auf den Blatträndern von Sagittarien und
Echinodorus-Pflanzen, an den Glasscheiben, am Filterauslauf und auf Kieseln, Steinen und
Moorkienwurzeln, also fast überall. Dies sah nicht nur sehr unschön aus, sondern
beeinträchtigte auch das Wachstum der Pflanzen erheblich.
Angeregt durch viele Vorschläge aus der Newsgruppe
führte ich zahlreiche Veränderungen an meinem Südamerikabecken durch. Jetzt ist es
praktisch pinselalgenfrei.
Die Maßnahmen im einzelnen
Alle Maßnahmen zielen darauf ab, das Wachstum der
Aquarienpflanzen zu fördern und gleichzeitig die Bedingungen für die Vermehrung der
Pinselalgen zu verschlechtern.
Im einzelnen habe ich dies erreicht durch folgende
Maßnahmen:
- das Becken nicht zu stark mit Fischen besetzen, damit nicht zuviel Nährstoffe, vor
allem Nitrate, anfallen;
- zunächst wöchentlicher ca. 25%iger Wasserwechsel aus obengenanntem Grunde; jetzt
genügt ein 14-tägiger Wasserwechsel;
- sparsam füttern, damit möglichst wenige Nährstoffe übrigbleiben;
- Bodenheizung, die u. a. das Wachstum der Pflanzen hervorragend fördert;
- CO2 -Anlage, ebenfalls zur Förderung des Pflanzenwachstums und zur
Einstellung des pH-Wertes von ca. 6,8;
- Verwendung des sehr schnellwüchsigen Hornkrauts (Ceratophyllum demersum) zur
Reduzierung der Nitrat- und Phosphatkonzentration;
- befallene Objekte gut von Pinselalgen säubern, befallene Blätter entfernen;
- über Torf filtern;
- zunächst die Beleuchtungszeit eher knapp bemessen (ich hatte sie zunächst auf 8
Stunden eingestellt, jetzt, d. h. nach dem Verschwinden der Algen, sind es wieder 12
Stunden);
- Tageslichteinfall vermeiden, ggf. Scheibe zuhängen, bevor man morgens zur Arbeit etc.
geht; - für die Düngung und Wasseraufbereitung verwende ich die Produkte von Dennerle,
ob sie wirklich geholfen haben oder eben nur nicht von Nachteil waren, kann ich nicht
sagen, ein Kontrollaquarium" hatte ich nicht; dieser Gedanke gilt natürlich
auch für alle anderen Einzelmaßnahmen; manch eine von ihnen ist vielleicht auch nur
Aberglaube; insgesamt haben sie jedoch geholfen;
Algenfresser
- algenfressende Fische einsetzen; ich habe mit dem blauen
Antennenwels (Ancistrus dolichopterus), der als guter Algenfresser in einem
Südamerikabecken erste Wahl wäre, nicht so gute Erfahrungen gemacht, da er die
Echinodorus-Pflanzenblätter "skelettiert" hat, stattdessen habe ich mich für
den Gast aus Asien entschieden, für die siamesische Rüsselbarbe (Epalzeorhynchus
siamensis). Drei Rüsselbarben beseitigten alle restlichen Pinselalgen auf den Blättern
perfekt. Über die Merkmale der echten, algenfressenden siamesischen Rüsselbarbe gibt es
immer wieder Unklarheiten; das Bild im Aquarienatlas (Dr. R. Riel u. H. A. Baensch, 1992:
Aquarienatlas, Band 1, 9.Auflage) zeigt m. E. eine Variante der siamesischen Rüsselbarbe.
Diese hat ein Paar Oberlippenbarteln, durchsichtige Flossen und keinen bis zum
Schwanzende durchgezogenen Strich. Sie frißt zwar Algen, aber nur im geringen Maße.
Als sehr guter Algenfresser hingegen hat sich die Variante der siamesischen Rüsselbarbe
mit den folgenden Merkmalen erwiesen: ein Paar rel. kleine Oberlippenbarteln,
durchsichtige Flossen (ohne Flecken) und einen bis zum Schwanzende durchgezogenen
schwarzen Strich, der dabei auch sehr dünn auslaufen kann. Diese Variante verhält
sich adult weniger aggressiv als die Variante ohne durchgezogenen Strich, auch
bleibt sie etwas kleiner. Detaillierte Informationen zu Rüsselbarben gibt es u. a. auf
der Seite Algae Eating Cyprinids
from Thailand and Neighboring Areas.
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| Abb.: Siamesische
Rüsselbarben (82 KB Bild) |
Abb.: Schwarze Pinselalgen an einem
Cryptocorynenblatt
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